Update – 3 Monate Zero Waste

Die Vorräte sind erschöpft.

Nun sind wir mitten drin, in unserem Essperiment – unserem Weg zu Zero Waste bis Sommer 2020, medial begleitet vom ORF (Österreichischen Rundfunk). Unser Zero Waste Projekt sind wir so angegangen, dass wir zunächst alles verbraucht haben, was schon im Haushalt ist. Nun gehen uns aber schon so einige Vorräte aus und es müssen Alternativen gefunden werden. Das Einkaufen klappt auch schon ganz gut, es gibt aber noch viele Geschäfte und Märkte zu entdecken.

Zero Waste hat definitiv mit Konsumverhalten zu tun. Bevor wir Neues kaufen, fragen wir uns was wir wirklich brauchen, was wir vielleicht nur einmal brauchen und ausleihen können, oder ob wir es unbedingt haben wollen (einige Tage Bedenkzeit verstreichen lassen). Von Spontankäufen nehmen wir Abstand, überlegen vor dem Kauf genau, lassen uns von Rabattaktionen nicht mehr verführen. Und das macht ein echt befreiendes Gefühl!

Es gibt aber natürlich viele Alltagsprodukte, die regelmäßig beschafft werden müssen: Lebensmittel, Pflege- und Reinigungsprodukte, Tierfutter. Dabei haben wir festgestellt, dass der meiste Müll im Haushalt von Verpackungen für Lebensmittel und Pflegeprodukte, und im Restmüll von Lebensmittelresten kommt. Windeln fallen ja bei uns zum Glück weg. Wir haben schon den Großen vor 4 Jahren mit Stoff gewickelt und statt Feuchttüchern Waschlappen benutzt.

Rückblick und Ausblick

Bevor wir unser Essperiment starteten, hatte ich eine (kleine) Bestandsaufnahme unseres Mülls gemacht. Hier ein Vergleich, von vorher zu heute und ein Einblick in meine nächsten To-Dos:

Plastik- und Restmüll

Unser wöchentlicher (!) Plastikmüll hatte in eine große Einkaufstasche (wie von Ikea oder Toysrus) gepasst – jetzt haben wir keinen Plastikmüll mehr (außer den im Glas und das kommt oft ärgerlicherweise aus dem Umfeld). Was vom Foodsharing als zusätzlicher Müll anfällt, zähle ich nicht zu unserem Jahresmüll. Ich sehe das so: Es wäre sowieso Alles (inkl. den verzehrbaren Lebensmitteln) im Restmüll gelandet. Somit sorge ich wenigstens noch für eine Verwertung. Durch die Mülltrennung trage ich außerdem wichtige Arbeit, damit Recycling überhaupt möglich wird.

Meine To-Do: Generell Plastikfrei werden!

Restmüll kamen wöchentlich ungefähr 15 Liter zusammen. Heute fällt höchstens ein bisschen an, was die Katze nicht gefressen hat oder beim Kochen am Topf festhing – das sind Abfälle, die ich nicht in unsere Vase gebe. Auch der Kehrricht gehört in den Restmüll (außer es ist wenig, das gebe ich dann in die Hecke). Der volle Staubsauger-Beutel wird noch Einiges an Volumen einnehmen, darum staubsauge ich nur im „Notfall“ 😉 Und ich habe mich sehr geärgert, als ich gestern drei Münzen eingesaugt habe. Nicht wegen dem verlorenen Geld, sondern dem unnötig zusätzlichen Volumensverbrauch im Staubsaugerbeutel.

Wenn ich überschlage kommen wir auf ca. 1 Liter Restmüll seit Anfang Juni.

Meine To-Dos: Weniger Katzenfutter ausgeben (erst einmal kosten lassen), Lebensmittel noch besser verarbeiten, damit nichts zurück bleibt (neue Pfanne, damit nichts hängen bleibt, nur nehmen / einkaufen was wir brauchen, mehr mit Plan arbeiten), noch regelmäßiger wischen, auch Staub wischen – dann muss seltener gesaugt werden, Teppiche ausklopfen und Decken von Sofa regelmäßig ausschütteln. Ziel: 2x pro Monat oder wenn absolut notwendig Staubsaugen.

Papiermüll, Gläser und Dosen

Auch Papier haben wir reduziert, vor dem Essperiment hatten wir 1-2 Säcke in der Woche. Anschließend waren es in den ersten beiden Monaten ungefähr zwei Säcke (also so eine Papiertasche zum Einkaufen, die verwenden wir auch mehrmals uA. als Misttasche zum Wegbringen von Papiermüll). Diese Menge konnten wir noch einmal drastisch reduzieren, indem wir ein „Bitte-Keine-Werbung“ Pickerl am Postkasten angebracht haben.

Übrigens zählt auch hier wie bei allem Müll, der in unserem Haushalt entsteht nur das, was dazu kommt. Ich bin ja schon lang mit Ausmisten beschäftigt und dadurch entstehen auch große Müllberge. Besser gesagt – entstanden sind sie ja schon früher – muss ich die jetzt zusätzlich entsorgen. Zero Waste hat ja schon in gewisser Weise auch was mit Minimalismus zu tun – aber dazu komme ich an anderer Stelle.

Meine To-Dos: Kataloge abbestellen, Rechnungen online zuschicken lassen (diese gleich ablegen und Mail löschen – Auch elektronischer Müll ist Müll und verbraucht Ressourcen!)

Gläser verwenden wir wieder und auch auf Blech möchte ich verzichten. Ansonsten schau ich, dass wir Pfandgläser bekommen.

Biomüll

Für den Biomüll werden wir eventuell eine Wurmkiste bekommen. Seit ich Lebensmittel rette, haben wir auch viel mehr Biomüll, leider. Ich muss da noch Einiges optimieren.

Meine To-Dos: Fairteiler bzw. gerettete Lebensmittel im Facebook zum abholen bereitstellen, Restekochen veranstalten, mehr von den Resten verwerten (Schalen, Abschnitte und Co). Das nehme ich mir immer vor, aber schaffe es oft zeitlich nicht. Hier wird die wichtigste Anschaffung eine Küchenmaschine werden.

Kinder-Klamotten

Unsere Kinder sind in den letzten Wochen zum Teil aus ihren Sachen herausgewachsen. Für die Kleine hab ich sehr viel Gewand, auch noch Einiges vom Großen. Doch für ihn hab ich noch nicht so viel größere Ausstattung. Er wird auch schon immer kritischer, was er anziehen möchte, aber gemeinsam einkaufen gehen ist für mich (allein mit beiden Kindern) keine Option. Ich stecke auch wieder in dem Dilemma, dass ich nicht allein auf den Kindersachen-Basar gehen kann. Die zu klein gewordenen Sachen von Babymädchen habe ich zum Teil verschenkt, ganz wenig zum Spielen aufgehoben, die richtig fleckigen Sachen kommen zu den Putzfetzen (nachdem ich Knöpfe und Reißverschlüsse abgetrennt habe).

Meine To-Dos: Ich lerne endlich nähen. Nehme ich mir schon lang vor, habe Alles zu Hause. Aber bis ich mich mal ransetze… Zum Glück hilft mir eine liebe Bekannte, die sich alles selbst beibrachte (und zu meinem Vorteil mit der selben Nähmaschine). Vor Weihnachten werde ich einen Tauschmarkt veranstalten. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich einen allgemeinen oder zwei thematisch getrennte mache, das hängt auch von den Räumlichkeiten ab. Und ich werde Willhaben und Flohmarkt.at durchforsten, und gucken was es in meiner Nähe günstig gebraucht zu kaufen gibt.

Unverpackt einkaufen

Wir fahren alle paar Wochen in den Tante Hanna Laden, um uns mit unverpackten Dingen einzudecken. Dafür brauche ich meistens ein bisschen länger und fahre lieber ohne die Kinder (weil ich doch beide Hände zum abfüllen brauche). Radomir ist sehr hilfsbereit und geht mir gern zur Hand, wenn es seine Zeit erlaubt. Stressfreier ist für mich einkaufen trotzdem immer ohne Kinder.

„Wie macht ihr das eigentlich mit dem Klopapier?“

Diese Frage taucht tatsächlich öfter auf: Nehmen wir normales WC-Papier oder nicht oder überhaupt?

Derzeit kaufen wir im Hanna-Laden unser WC-Papier aus Bambus, da es (Essperiment-regelkonform) in Papier verpackt ist. Das ist ein Kompromiss, den wir eingehen dürfen. Jedenfalls hatten wir im August das Problem, dass unser nächster Einkauf im Unverpackt Laden mit dem Urlaub von Hanna und Radomir kollidierte – somit hatten wir kein WC-Papier mehr.

Und weißt du was?

Das war (für mich) im Endeffekt gar nicht schlimm: Endlich konnte ich mal probieren, wie es ohne ist. Ich möchte da auch noch verschiedene Alternativen testen, ein bisschen Zeit haben wir ja noch.

Also, was haben wir gemacht?

Waschlappen benutzt! Unser WC ist direkt neben dem Bad und leider ohne Waschbecken. Aber ich hab einen Waschlappen feucht gemacht und mitgenommen – that’s it. Danach hab ich ihn einfach mit den Windeln und der ganz normalen Wäsche mitgewaschen. Ich werde dir aber noch ausführlich erzählen, wie man das hygienisch, geruchslos und praktikabel umsetzen kann. Für uns war es ein Versuch. Dem Mann hat es jetzt nicht so toll gefallen, aber hat es auch überstanden.

Übrigens kleiner Spoiler zu Unverpackt-Laden: Da gibt es wohl in Linz zwei Damen in der Planungsphase, ich bin gespannt 🙂

Do it yourself

Besonders bei Waschmittel und Geschirrspülmittel musste ich kreativ werden. Einiges meiner recherchierten Alternativen habe ich schon mit mehr oder weniger Erfolg ausprobiert. Zum Beispiel wasche ich gern meine Haare mit Roggenmehl, abwechselnd mit einer Haarseife einer regionalen Produzentin. Zum Wäsche waschen hat mich Efeu nicht überzeugt, aber hier teste ich noch Kastanien und ein paar (Bio-)Waschmittel aus Kartonagen.

Auch das Geschirrspülmittel ging uns zwischendurch aus. Kurzzeitig gab mir eine Bekannte ihr Pulverwaschmittel für den Geschirrspüler, welches sie nicht mehr verwendet (da sie nun Tabs nutzt), so konnte ich noch ein wenig Zeit herausschinden. In der Apotheke besorgte ich Bittersalz für ein Geschirrspülmittel-Tabs Rezept, welches ich allerdings noch nicht getestet habe. Auch las ich von Tipps wie das Kochwasser von Nudeln oder Kartoffeln zu nutzen. Ich berichte dir dann von meinen Erfahrungen 🙂 (folge mir für aktuelle Neuigkeiten auch gern auf Instagram)

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Natürlich und effektiv, darüber hinaus super günstig – Haare waschen mit Roggenmehl 💚 die angerührte Roggenmehl Paste ist für mich das angenehmste und beste Shampoo für mich. Brennt nicht in den Augen und ist deswegen auch super für Kinder (obwohl da mMn Wasser reicht). Anleitung 🌾 3-5 El (je nach Haarmenge) mit etwas Wasser bis zur gewünschten Konsistenz anrühren 🌾 Auf die feuchten Haare auftragen 🌾 Ein paar Minuten einwirken lassen 🌾 Mit reichlich Wasser ausspülen Abtrocknen, fertig Wichtig: kein Vollkornmehl benutzen. Noch diese Woche werde ich dir erzählen, warum, wie und was noch bei Zero Waste Haarpflege hilfreich ist. #zerowaste #lesswaste #zerowastefamily #unverpackt #umweltschutz #natürlich #green #greenbeautyblogger #livinggreen #familie #nachhaltigkeit #nachhaltig #sustainability #sinnfluencer #bloggersforfuture #wenigeristmehr #lebenmitkindern #mamablogger #mama

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Da hoffentlich auch hier wieder ein paar Inspirationen für dich dabei waren, möchte ich diesen Artikel zur Blogparade: „Ich will nachhaltiger leben, wo fange ich an?“ teilnehmen, da besonders als Familie ein bisschen mehr zu beachten ist und man vielleicht auch den ein oder anderen Kompromiss eingehen muss.

Was stellt für dich die größte Herausforderung an ein nachhaltigeres Leben dar? Lass uns gemeinsam eine Lösung finden.

 

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2 Kommentare:

  1. Das mit dem Staubsaugerbeutel verstehe ich nicht ganz. Der soll nicht voll werden, aber dafür wird dann mehr Wasser verbraucht, weil staubgewischt wird …?

    • Danke für deine Frage. Der Staubsaugerbeutel wird definitiv voll werden! Bestenfalls können wir unser Gerät mit einem Beutel-freien Gerät tauschen, oder unseren verschenken und einen gebrauchten kaufen – denn dann könnten wir einfach jedes Mal den Schmutz in der Hecke ausleeren. Ob ich jetzt Strom für den Staubsauger benutze, oder einen Eimer Wasser zum Boden wischen, was ist nachhaltiger? Das sind tatsächlich immer Fragen, die ich mir stelle. Kannst du mir dazu mehr erzählen? Liebe Grüße, Charlie

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