Ich bin überfordert – Mom(preneur) Burn-Out

Warum ich im Moment überfordert bin

„Liebe Charlotte, kann es sein, dass du dir zu viel vornimmst?“

Und schon kommen mir die Tränen in die Augen. Ich fühle mich ertappt. Denn diesen Gedanken hatte ich auch schon. Oft, sogar. Da spricht mich die liebe Mami vor dem Kindergarten an, endlich kommen wir kurz zum tratschen. Und ich muss stark versuchen, mich zusammen zu reißen und nicht loszuheulen wie ein Schlosshund. Weil sie genau meinen wunden Punkt trifft.

Ich nehme mir mittlerweile nur Mini Schritte vor, und trotzdem schaff ich selbst diese an manchen Tagen einfach nicht. Denn hier gibt es noch mehr Menschen in dem Haushalt, noch mehr Bedürfnisse denen ich nachkommen muss. Besonders zur Zeit wieder stark spürbar. Die Nächte sind der pure Wahnsinn und am Tag denke ich nur daran, was ich noch alles für den Blog erledigen müsste.

 

Ich werde niemandem gerecht

Ich habe wie immer das Gefühl, niemandem gerecht zu werden, am wenigsten meiner Familie. Dabei sollte doch das größte Ziel die Familie sein, die gemeinsame Zeit, gemeinsames Glück und Zufriedenheit (weitesgehend) Aller.

Wir hatten letzte Woche viel Stress, familiär, unsere inneren und auch ein paar äußere „Dämonen“. Dann wurde ich auch noch krank, so sehr dass ich mich bei jeder Bewegung fast übergeben hätte und dachte, mir platzt der Kopf. Darum war es hier auch etwas ruhiger.

Zum Glück konnte ich letzten Sonntag ausnahmsweise die Ressource Großeltern nutzen. Meine Eltern wohnen ein Stück weit weg. Aus gesundheitlichen Gründen hab ich meine Mama 2 Monate und Papa das letzte Mal zu Weihnachten gesehen. Es war mir fast peinlich, sie einzuladen.

Denn ich komme mit dem Entrümpeln absolut nicht voran. Mein Freund will am liebsten Alles wegschmeißen oder zumindest verschenken. Ich kann immer noch nicht damit leben, gar keinen Cent mehr herein zu bekommen. Doch vielleicht muss ich einfach lernen, loszulassen. Auch von dem Gedanken, noch etwas mit meinem Zeug zu verdienen.

Jedenfalls haben wir zwar Kinder- und Schlafzimmer getauscht, aber in jedem Raum herrscht das blanke Chaos. Wenn ich an einer Ecke anfange aufzuräumen, staut sich das Gerümpel auf der anderen Seite. Der Große und der Mann sind schon mies gelaunt, haben keinen Platz, altbekannte Probleme, die nicht weniger werden.

Mir ging es in der letzten Woche nicht nur gesundheitlich schlecht, sondern es war mir auch nicht möglich an meinen Projekten weiter zu arbeiten. Das hat mich zusätzlich frustriert, weil ja eigentlich Alles gut anläuft und ich so viele Pläne habe – zu viele?!

 

Auf die Glücksmomente fokussieren

Vielleicht hätte ich den Blog auch „Finde das Glück“ oder „glückliche Familie“ nennen können, denn ich denke das ist unser größtes Ziel!

Darum haben wir angefangen, Glücksmomente zu sammeln. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

– Ein Journal / Tagebuch führen, bestenfalls handschriftlich.

– Sich drei schöne Erinnerungen des Tages in Erinnerung rufen und notieren, zB. im Terminkalender.

– Gemeinsam abends als Familie den Tag revue passieren lassen und die positiven Ereignisse hervorheben, gemeinsam noch einmal gedanklich erleben.

– Wir haben angefangen, ein großes Glas mit kleinen Glücks-Botschaften zu befüllen. Das Ziel ist, jeden Tag einen kleinen Zettel zu schreiben, was uns an dem Tag glücklich gemacht hat.

 

Alltag als zweifach Mama schlägt zu

Es gab aber leider tatsächlich Tage in der letzten Woche, an denen ich keinen einzigen Glücksmoment aufschreiben konnte. Dabei ist es mein größtes und tägliches Glück, meine Kinder bei mir zu haben. Aber der Große wird immer eifersüchtiger auf die kleine Maus, die ihrerseits zur kleinen super-mobilen Weltentdeckerin heranwächst. Ich kann die beiden leider keine Minute allein lassen, in dem Alter logisch. Im Alltag sehr anstrengend.

So habe ich die Kleine meistens in der Trage oder nutze die paar Minuten die sie schläft, um mich nur und allein Face-to-Face mit dem Großen zu beschäftigen. Es ist wirklich keine leichte Aufgabe mit Kleinkind und Babymaus. Wann soll ich da noch arbeiten? Oder gesund kochen? Ja, für mich ist es Mehraufwand gesund zu kochen. Auch wenn es einfache, schnelle Rezepte gibt – ich schaffe es manchmal nicht einmal eine Gurke für den Salat herzureiben. Über die fehlende Zeit für Sport spreche ich noch gar nicht (dabei heißt es ja immer, man hat soviel Zeit wie man sich nimmt. Dafür nehme ich mir leider gerade keine Zeit).

Also, Ja! In der letzten Woche fühlte es sich tatsächlich so an, als hätte ich mir zu viel vorgenommen. Das heißt nun für mich, wieder neu prüfen: Was ist wirklich wichtig, was hat Priorität? Wie kann ich die Aufgaben die ich habe, in meinen stressigen Mami-Alltag und noch stressigeren Working-Mami-Alltag integrieren?

 

Was kann ich nun tun, wo fange ich an?

Meine Strategie: Die Tipps der Teilnehmer aus meiner Blogparade noch einmal durchgehen und gucken, was ich davon für mich übernehmen kann.

Außerdem: Falschen Perfektionismus ablegen. Den haben wir Alle irgendwo in uns drin. Anforderungen an uns selbst. Vorstellungen, wie etwas laufen soll und dann „kommt es anders und meistens als man will“.

Angesichts der momentanen Situation bin ich völlig überfordert. Ich weiß absolut nicht, wo ich anfangen soll. Dabei ist es doch so wichtig, einfach mal anzufangen. Kennst du das? Wenn du mit einer Situation erstmal völlig überfordert bist? In dem Ausmaß kenne ich es wirklich noch nicht. Darum muss ich mich da echt durcharbeiten. Wer hätte gedacht, dass das so viel Aufwand an Zeit und Arbeitskraft ist.

Darum widme ich mich jetzt nur kurz der Theorie. Aber es ist mir trotzdem wichtig, kurz zu reflektieren, bevor ich es wieder angehe. Wo sind meine Affirmationen, wenn ich sie brauche? ^^

 

Wie motivierst du dich immer wieder, deine Pläne und Projekte durchzuhalten? Ich freue mich auf deinen Kommentar dazu!

 

 

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One thought on “Ich bin überfordert – Mom(preneur) Burn-Out

  1. Solche Momente gab es bei mir auch schon – und ich denke, irgendwann werden sie auch wieder auftauchen.

    Mir hat geholfen, aufzuschreiben was ich für wichtig halte – ohne groß nachzudenken. Dann habe ich mal einen Tag in Stichpunkten notiert, was ich so tue … und da habe ich die Diskrepanz entdeckt 🙂 Manche Dinge habe ich auch wirklich ändern müssen – und sogar recht gute Lösungen (für mich) dabei entdeckt. Etwas mehr Sport war mir auch damals wichtig … aber woher sollte ich noch die Zeit nehmen. Irgendwann habe ich jemanden gesehen, der mit seinem Hund walken war – und ich habe angefangen meine Übungen in die Spaziergänge einzubinden. So komme ich morgens gut gedehnt vom Morgenspaziergang und die Abendrunde dient dem Ausdauertraining.

    Ich muss zugeben, ich habe mich in der Zeit nur auf mein „richtiges“ Leben konzentriert und alles virtuelle einfach mal für eine Zeit gestrichen.
    Kein Blog, keine sozialen Medien und eine echte Zeitbeschränkung beim Lesen und Beantworten von Mails. Ich war sehr überrascht, was ich alleine dadurch an Zeit gewonnen habe. Auch wenn ich (gerade am Anfang) das Gefühl hatte, mir fehlt der Austausch mit anderen … für mich und die Partnerschaft war es ganau richtig. So konnte ich meinem Job, meinem Mann, dem damaligen Umzug, den Hunden, der restlichen Familie und auch mir gerecht werden. Und ich habe daraus gelernt, dass mein Leben mir immer wichtiger ist als die digitale Welt.

    Meistens wissen wir schon um die Probleme – nur wir tun uns schwer damit, die oft offensichtlichen Lösungen auch umzusetzen.
    Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest und sende liebe Grüße,

    Isabella

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