Mamas sind auch nur Menschen

Ich bin eine starke Mama, aber auch nur ein Mensch.

Der perfekte Start in den Tag

Es gibt diese traumhaften Tage, an denen in der Früh fast alles glatt läuft und relativ harmonisch zugeht. Dann schlafen wir bis 6:30 / 7 Uhr (ja, auch am Wochenende und Feiertagen). Frühstücken, machen uns fertig, gehen ca 8:30 Uhr in den Kindergarten. Auf dem Weg dorthin schläft Babymaus im Kinderwagen ein und dann noch ungefähr 2 Stunden zu Hause weiter, in denen ich schnell noch ein paar Dinge wie Artikel schreiben, E-Mails beantworten oder Social Media erledigen kann (manchmal sogar Haushalt, haha).

Und es gibt diese anderen Tage. Diese Tage die mich völlig herunter ziehen und mich daran zweifeln lassen, ob ich für meine Kinder wirklich eine gute Mama bin. Tage, an denen morgens schon die Stimme erhoben wird und die Fetzen fliegen. So wie heute Morgen.

 

Wie die Nacht, so die Stimmung

Ich habe mich schon gefragt, ob wieder Vollmond ist. Aber manche Menschen reagieren auch auf den Neumond (der war bei uns letzte Nacht, laut Google). Ich sag immer, bei uns sind die beiden Wochen vor und nach dem Vollmond kritisch. Wie auch immer, man versucht halt irgendeinen Grund zu finden, warum die Kinder wieder so dermaßen schlecht schlafen. Bei uns besonders der Große.

Wenn sich die beiden Kleinen mit ihren nächtlichen Bedürfnissen abwechseln, hat das Vor- und Nachteile. Der Vorteil: Yay, ich kann beiden gerecht werden *freu*. Der Nachteil: Ich bekomme so absolut keinen Schlaf. Nada. Weißt du wie das ist, wenn man über 3 Jahre so gut wie keinen und dann ziemlich oft ganz schlechten Schlaf bekommt? Kannst du dir vorstellen, was das mit Einem macht?

Egal, ich will keine Ausreden finden. Aber der Ursache unserer Probleme auf den Grund gehen, um Lösungen zu finden.

Nun waren eben die letzten beiden Nächte echt doof und ich noch nicht ganz gesund. Und ich habe so viele tolle Projekte, an denen ich arbeiten möchte, nebst meinem Chaos, welches auf Abarbeitung wartet. Auf Deutsch: Ein Arsch voll Arbeit!

Mitternacht hatte der Große auf einmal Hunger und ließ sich nicht vom Gedanken abbringen, dass er Suppe essen will (das war unser Abendessen, allerdings war nichts mehr davon übrig). Ich dachte mir schon, dass er in der Nacht mal länger wach werden wird, da er für seine Verhältnisse früh ins Bett ging (gegen 19 Uhr). So kochte ich ihm eine schnelle Suppe. Bis die gegessen und wir wieder im Bett kuschelten, war es ca. 1 Uhr.

Um 4 Uhr meldete sich Babymaus, sie musste aufs Klo und ließ sich super abhalten – doch weiterschlafen wollte sie nicht gleich wieder. Als sie dann müde wurde, wachte der Große auf. Beim Aufwachen braucht er wie beim Einschlafen Begleitung, also nutzte ich, dass die Kleine wieder schlummerte und kuschelte mit ihm. Doch er war nun putzmunter.

 

Let the Geduldsprobe begin – and watch me scheitern

Das bedeutete für mich, dass ich auch nicht mehr schlafen „durfte“. Inzwischen war es auch schon 6 Uhr, also klare Sache: Wir stehen auf. Ich war ziemlich grantig, denn ich war in der Nacht weder zum Arbeiten, noch zum Schlafen gekommen. Eine halbe Stunde später stand der Mann auf, er müsse zum Arzt (hab ihn wohl angesteckt), also wird er mir heute auch keine große Unterstützung sein können.

Eigentlich war die Lage noch recht entspannt. Wir haben gefrühstückt, ein paar kleine Buchhefte gelesen und die Kleine hat gespielt. Dann hab ich wie immer erst einmal die Kleine versorgt: Sie abgehalten, gewickelt, gestillt, bevor ich mich dem Großen widmete. Anziehen ist momentan ein riesen Trara bei ihm. Normal bei Kleinkindern, aber echt Nerven zehrend.

Leider fing die Kleine dann auch schon zum Weinen an, weil sie so müde war, meine Geduld war am Ende. Also bin ich wieder eskaliert, obwohl ich mit mehr Ruhe wahrscheinlich – sehr wahrscheinlich sogar – mehr erreicht hätte. Doch in dem Moment war auch ich gefangen in meiner Emotion, eher in meiner Wut. Habe keinen anderen Lösungsweg gesehen, als laut und unfair zu werden.

Trotz Protesten hat der Große gut mitgemacht und wir haben es pünktlich in den Kindergarten geschafft, die Kleine hat im Tuch geschlafen. Im Kindergarten konnte ich sie sogar ins Wagerl ablegen und mich voll und ganz dem Großen widmen. Die Schuldgefühle kamen sofort und mit geballter Kraft, dass sie mir fast das Herz zerrissen hätten! Ich muss doch jetzt mal irgendwie lernen, mich zu regulieren. Auch bei blanken Nerven. Auch bei brennender Müdigkeit. Wie sollen die Kinder das sonst jemals lernen?

 

Wie kann ich Eskalation vermeiden? Was mache ich morgen anders?

Schlaf kann ich nicht herzaubern. Aber was kann ich das nächste Mal anders machen, damit die Situation nicht eskaliert und wir Alle völlig fertig und traurig in den Tag starten? Wie kommen wir zu einem entspannten, glücklichen Morgen?

1. Früher mit (unliebsamen) Aufgaben beginnen. Genügend Zeit einplanen.

Wenn ich weiß, ich muss spätestens 8:30 Uhr weggehen, am besten spätestens um 8 Uhr mit dem Anziehen anfangen. Dem Großen die Möglichkeit geben, dass er selbst machen kann, wenn er möchte. Ihm aber auch mitteilen, dass er sagen kann, wenn Hilfe gebraucht wird und diese dann umsetzen. Heute war unser Problem, dass er sich woanders anziehen wollte, es mir aber nicht sagen konnte (aus welchen Gründen auch immer). Und ich hab es nicht gleich kapiert, da die Kleine auch schon weinte und ich einfach nur raus wollte.

2. Das wahre Bedürfnis finden. Zeit, Ruhe und starke Nerven!

Neuerdings sagt er immer wieder „Mama, hilf mir“. Aber wenn ich ihm anziehen helfen möchte, wehrt er sich. In dem Fall  meint er vermutlich, ich soll ihm auf andere Weise helfen. Welches Bedürfnis steckt also tatsächlich hinter seinen Emotionen, hinter seinem Verhalten? Besser wäre gewesen, ihm genügend Zeit, Ruhe und Liebe zu geben, damit er sich sammeln kann. Schwierig nur, wenn man selbst nicht die Geduld dafür findet.

3. Tiiiiiiiief durchatmen. Klassisch bis 10 zählen.

So einfach? So einfach, ja. Das bringt einen kleinen Zeitpuffer. Wichtige Zeit, in der ich die Gedanken sammeln kann und mir noch bessere Ideen einfallen, die Situation zu entspannen.

4. Dazu am besten das Fenster öffnen für viel frische Luft.

Hatte ich eh schon offen, damit sich der Große schneller anziehen lässt. Ein paar Tricks braucht Mami. Dieser ist meist effektiv, aber nicht brutal. Und die frische Luft tut uns Allen gut. Wie der Große sagt: „Frische Luft macht Alles wieder gut!“

5. Kleines Geschwisterkind in die Trage.

Das mach ich eigentlich immer, warum nicht heute? Wie gesagt, war ich selbst völlig übermüdet und ausgelaugt… Wenn ich sie in der Trage hab, bin ich schon etwas eingeschränkter (unbeweglicher), als wenn sie im Wagen liegt. Aber das wäre heute die bessere Alternative gewesen, da mich ihr weinen zum Brüllen vom Großen zusätzlich gestresst hat. Und was wollen wir erzielen? Genau, weniger Stress!

6. Liebe, Liebe und nochmal Liebe!!

Das ist die beste Art auf einen Wutanfall, Trotzanfall, Ausbruch von Emotionen oder Ähnliches zu reagieren, mit Liebe! In den Arm nehmen, wenn das Kind es zulässt. Am besten vorher fragen, Umarmung anbieten, nicht erzwingen. Wenn ich in mir selbst die Wut aufsteigen fühle, Dinge sagen möchte, die ich später sowas von bereuen werde, dann sage ich zu meinem Großen: ICH LIEBE DICH! Egal wie energisch in diesem Moment. Wenn es etwas zu laut mit dem falschen Ton war, sage ich es ein zweites Mal. Ruhiger, so wie ich es meine, mit viel Liebe und Wärme (und Reue). ICH LIEBE DICH! Natürlich weiß und fühle ich, wie sehr ich ihn liebe. Aber wenn ich in meinem Ärger vergesse, wie klein und lieb und klug und einfach nur wundervoll mein Sohn ist: Wenn ich vielleicht sogar glaube, er verhält sich so um mich zu ärgern (was völliger Blödsinn ist), dann erinnere ich mich mit diesen drei Worten an die tiefen, ehrlichen, bedingungslosen Gefühle die ich für ihn habe. ICH LIEBE DICH!

 

Was tun, wenn wir schon eskaliert sind? Schadensbegrenzung.

Wenn die Situation doch mal eskalierte, wie heute, entschuldige ich mich aus tiefstem Herzen bei ihm. Das ist für mich nicht nur ein großes Bedürfnis, sondern ungeheuer wichtig für unsere Beziehung. Für das Vertrauen meines Sohnes in mich und meine Liebe und um ihm zu zeigen, dass ich nur ein Mensch bin. Ich sage: „Wie ich reagiert habe, war auf keinen Fall in Ordnung. Bitte entschuldige! Ich bin müde/ hungrig/ habe mir heute viele Aufgaben vorgenommen. Bitte verzeih mir, wie ich dich behandelt habe.“ Er hat heute Morgen Verständnis gezeigt und mich in den Arm genommen, mein kleiner großer verständnisvoller Schatz!

 

Wie gehst du mit großen Auseinandersetzungen mit deinen Kindern um? Schreib mir gern in den Kommentaren, wie du und deine Familie stressfrei durch den Alltag kommt.

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