Dammschnitt wider Willen

Achtung – Traumatische Erfahrung

Folgender Text kann (re-) traumatisierend wirken. Es wird eine für die betroffene Person(en) traumatische Erfahrung geschildert und kann auf Leser in ähnlicher Situation oder mit ähnlichen Erlebnissen negative Auswirkungen haben. Bitte überlege dir gut, ob du den folgenden Text lesen kannst und willst!

 

Liebe starke Mama, danke dass du deine Geschichte mit mir und meinen Lesern teilst!

 

Meine erste Geburt

Ich habe gerade deinen Aufruf zum Thema Geburt gelesen und überlege, nun auch etwas zu schreiben… immerhin musste ich eine Geburt mit 26h wehen (davon einige Stunden am Klinikgang/im Aufenthaltsbereich, nicht im Kreissaal, weil keiner frei war und im Klinikzimmer eine völlig geschaffte frische Mami nach Kaiserschnitt, die Ruhe brauchte und keine stöhnende Zimmerkollegin), eine Stunde lang sinnfreies Veratmen von Presswehen ohne drücken zu dürfen (dass dies unnötig war, kam erst durch die Untersuchung durch einen Oberarzt heraus) und einen unangekündigten Dammschnitt gegen meinen Willen (obwohl ich in den Unterlagen vermerken hatte lassen, dass ich einem Dammschnitt nicht zustimme) erleben.

Ich frag mich halt, ob das ’schlimm genug‘ ist? Ich hab’s schon als schlimm erlebt, v.a. weil die Betreuung durch die Hebamme eher lieblos und unmotiviert war. Ich hörte halt immer wieder die gleichen Floskeln, insgesamt wurden mir meine Wehen einfach nicht geglaubt und auf mich nicht eingegangen.

Bei meiner zweiten Geburt durfte ich erleben, dass dies auch anders geht.

Ich hab nirgends gemeldet, ich war einfach froh als es vorbei war und später wollte ich es nicht nochmal auffrischen durch eine Meldung. Bin dann so schnell es ging heim. Hatte lange mit Versagensgefühlen zu kämpfen und am Beginn der zweiten Schwangerschaft hab ich nur ans entbinden denken müssen und hab geheult.

 

Wie ich meine Erlebnisse aufarbeiten konnte

Die Einheit vom Mutterkindpass mit der Hebamme in der Schwangerschaft hat mir sehr geholfen, das erlebte irgendwie anzunehmen. Weitere Gespräche mit einer Hebamme hatte ich beim Akupunktieren, diese taten mir auch unglaublich gut.

(Es ging beim großen dann in der ersten Lebenswoche noch weiter mit Fieber, Krankenhaus, Stillschwierigkeiten durch das KH-Personal). Auch das konnte ich da aufarbeiten und ging dann doch irgendwie positiv Richtung Geburt.

 

Die zweite Geburt als innerliche Versöhnung

Die zweite Geburt war in einem anderen Krankenhaus, lief gaaaanz anders (auch wesentlich schneller), die Hebamme kannte ich von früher, als ihr Sohn bei mir Patient war, sie war supererfahren, die wehen waren bis kurz vor Ende ziemlich gut aushaltbar, ich hab nicht viel sagen müssen, die Hebi hat ‚gerochen‘ was ich will, wenn ich Position ändern wollte usw und hat mich unterstützt und mir die ganze Zeit hindurch das Gefühl gegeben, ganz in Sicherheit zu sein und das alles perfekt zu machen.

Somit hat mich die zweite Geburt mit dem Thema total versöhnt. Was bleibt ist eine gewisse Wut aufs Personal im ersten KH, aber mit meinem Part bin ich soweit im reinen, hab nicht mehr das Gefühl, unbedingt was falsch gemacht zu haben oder wehleidig gewesen zu sein.

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